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Der Ev. Diakonieverein
Berlin-Zehlendorf e.V.
und seine Schwesternschaft
stellen sich vor



Der Evangelische Diakonieverein wurde 1894 gegründet, um sich sozialer, diakonischer und berufspolitischer Erfordernisse der damaligen Zeit anzunehmen. Sein Gründer, Friedrich Zimmer, verfolgte vier Ziele: Er wollte

  1. für Frauen die Möglichkeit schaffen, einen Beruf zu erlernen und ihn eigenständig auszuüben;
  2. für die Kirche in der modernen Zeit verantwortlich mitdenkende und mithandelnde Gemeindeglieder, besonders Frauen, gewinnen;
  3. für die damals neu entstehenden medizinischen Kliniken qualifiziertes Personal aus- und fortbilden und
  4. allgemein in der Gesellschaft und im Leben der Menschen erzieherisch wirken.
Der Verein stand jungen Frauen offen, die einen diakonischen Beruf erlernen wollten. Durch die Ausbildung wurden sie in die Lage versetzt, als Frauen und Mütter in der Familie, als Kirchenmitglieder und als Bürgerinnen im Staat Verantwortung zu übernehmen - für sich selbst und für andere. Schon im Juli 1894 wurde die erste Krankenpflegeschule in Wuppertal-Elberfeld gegründet.

Die Oberin dieses Hauses, Anna Margarete van Delden ( Persönlichkeiten ), überzeugte Friedrich Zimmer schon bald davon, dass der Verein als Träger neuer Ansätze eine Schwesternschaft brauchen werde. So entstand die Schwesternschaft des Ev. Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V.. Friedrich Zimmers Anregungen wurden von da an mit Hilfe der Schwesternschaft aufgegriffen und umgesetzt.
Diakonieseminare ( Ausbildungsstätten ) wurden überall im Deutschen Reich gegründet. Als Zentrale wurde in Berlin das "Heimathaus" errichtet (1899; Neubau 1928), das in der wechselvollen Geschichte von Diakonieverein und Schwesternschaft immer ein Mittelpunkt für alle Schwestern war und ist ( Geschichte ).


Der Ev. Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. ist
  • ein eingetragener Verein mit rund 1900 Schwestern ( Zahlen, Daten, Fakten ). Er ist in über 40 Arbeitsfeldern tätig, in denen mit Gestellungsverträgen gearbeitet wird.
  • eine berufsständische Interessenvertretung in unserer Gesellschaft. Er beteiligt sich am fachspezifischen Diskurs um zeitgemäße Standards in der Pflege. Er ist Mitglied in Pflegefachverbänden ( www.deutscher-pflegerat.de ), kooperiert mit anderen Verbänden ( www.ads-pflege.de ) und ist dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. ( www.diakonie.de ) angeschlossen.
  • engagiert in der Ausbildung für Pflegeberufe: Sie erfolgt in 12 Diakonieseminaren für Krankenpflege, 4 Diakonieseminaren für Kinderkrankenpflege und einer Altenpflegeschule. Darüber hinaus steht die Diakonieschule in Berlin für zusätzliche Seminare neben der Ausbildung und für Fortbildungen zur Verfügung.
  • ist Träger der Bildungsinitiative "Diakonisches Bildungszentrum Berlin-Zehlendorf" ( DBZ ). Für die Fort- und Weiterbildung in den Pflegeberufen und für die Weiterqualifizierung für Leitungsaufgaben innerhalb der Schwesternschaft sorgt dieses Zentrum, das bisher jährlich ca. 45 Kurse mit insgesamt 600 - 700 Teilnehmer/innen durchgeführt hat. Das Angebot hat sich beträchtlich erweitert. Der Umzug ins Van-Delden-Haus trägt dem gewachsenen Raumbedarf Rechnung.
  • ist Träger und Mitgesellschafter von Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens.


Die Schwesternschaft

Diakonieschwestern sind eine "evangelische Gemeinschaft von Frauen, die Leben und Beruf als Diakonie im Auftrag Jesu Christi" verstehen (aus: "Das Selbstverständnis der Diakonieschwester"). In ihrer Arbeit, in der Zuwendung zu Kranken und Hilfebedürftigen, aber auch in ihrer Dienst- und Lebensgemeinschaft sowie in der Anleitung und Begleitung junger Menschen erfahren und leben sie diesen Auftrag.

Die Mitgliedschaft in der Schwesternschaft ist vom Personenstand unabhängig, d.h. es gibt unverheiratete und verheiratete Schwestern mit oder ohne Kinder. Das Leben der Gemeinschaft findet in den Schwesterngruppen in den Arbeitsfeldern statt, gestützt durch die schwesternschaftliche Begleitung - Kurse, Tagungen, Rüstzeiten usw. - seitens des Heimathauses.

Dennoch wird man Diakonieschwester nicht zuerst durch das christliche Bekenntnis und den Ruf in die Nachfolge, sondern durch den Eintritt in die Schwesternschaft z.B. zu Ausbildungsbeginn. Dabei ist die Aufgeschlossenheit für die evangelische Grundlage der Schwesternschaft unabdingbar. Schwesternschaft lebt von der Mitgestaltung der geistlichen Gemeinschaft durch jede einzelne Schwester. Die Ausbildung steht auch Christen anderer Konfession sowie Männern offen, die Mitglied im Ev. Diakonieverein werden können.

Auch schon die jungen evangelischen Frauen, die die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder zur Altenpflegerin durchlaufen, sind Mitglieder der Schwesternschaft, die ihre Angelegenheiten gemäß der Ordnung selbstverwaltet regelt. Diakonieschwestern arbeiten in Einrichtungen ("Arbeitsfeldern" = Krankenhäuser u.a.) mit Ausbildungsstätten, in Schwesterngruppen oder als Einzelne.



Einsegnungskurs mit ökumenischen Gästen
Nach der Ausbildung folgt ein Orientierungsjahr. Danach kann die Schwester entscheiden, ob sie weiterhin Mitglied der Schwesternschaft bleiben möchte. Nach mehreren Jahren in der Schwesternschaft kann sie sich in einem Gottesdienst in das kirchliche Amt der Diakonie einsegnen lassen. Die Einsegnung ist mit einem Gelöbnis bzw. persönlichen Bekenntnis zu Jesus Christus verbunden und dient der Schwester als Kraftquelle für ihr persönliches und berufliches Leben.