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Eine Diakonieschwester ist Weltpräsidentin
der DIAKONIA World Federation


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40 Jahre der Diakonie verpflichtet

Dass ich Krankenschwester werden wollte, stand schon sehr früh für mich fest. Gott dienen, indem ich Menschen diene - dazu fühlte ich mich berufen. Dass daraus ein sehr reich gesegnetes Leben als Diakonieschwester werden würde, habe ich mir als 17-jährige nicht vorstellen können.

Um in den Städtischen Krankenanstalten meine Ausbildung machen zu können, musste ich 1970 Mitglied in der Schwesternschaft des Ev. Diakonievereins Berlin Zehlendorf e.V. werden. "Diakonie an Frauen durch Frauen", so lautet einer der Leitsätze dieser 1894 gegründeten Schwesternschaft. Erst im Laufe der Jahre habe ich diesen Satz verstanden und die Schwesternschaft als tragende, bereichernde und lebendige Gemeinschaft erfahren.
Berufen zum Dienst am Menschen - nicht nur in der Krankenpflege in Deutschland, sondern dann auch ab 1977 als Missionsmitarbeiterin in der UMC Nigeria. Als ich 1976 von einem Freund informiert wurde:"Du, in unserem Missionskrankenhaus in Bambur, Nigeria brauchen wir eine Krankenschwester, die auch Narkosen machen kann. Das kannst du doch, weshalb bewirbst du dich nicht?" habe ich nur ungläubig den Kopf geschüttelt. Gott dienen als Krankenschwester, ja, gerne und immer, aber Mission? Nein, das kann ich nicht, da muss ich ja vor anderen stehen und reden, reisen, Englisch lernen - das geht einfach nicht. Als ich bei der Vorstellung vom Bischof gefragt wurde: "Was möchten Sie in Nigeria bewirken?" war meine Antwort: "Ich bin zur Krankenschwester berufen. Der Ort spielt da keine Rolle. Ob ich zur Missionarin tauge, weiß ich nicht." Ich wurde ausgesandt und habe drei Jahre im Missionskrankenhaus gearbeitet, wo ich für alle Narkosen verantwortlich war. Daneben waren dann auch die andere Kultur, Sprache (neben Englisch auch noch Haussa), Lebensweise und kirchliches Leben eine große Herausforderung. Wie gut, dass mir viele Menschen geholfen haben und ich diese Jahre in einer großen internationalen Gemeinschaft leben durfte. Sehr viel Freude hat mir neben der Krankenhausarbeit die Mitarbeit im Aufbau eines Frauenbildungsprogramms gemacht. Erste Schritte in Richtung Unterricht und vor Gruppen stehen konnte ich hier machen. "Diakonie von Frauen an Frauen" - dieser Auftrag wurde auf sehr gute und effektive Weise verwirklicht.
Später, nach drei Jahren in Deutschland und der Weiterbildung in Pflegemanagement und Pflegepädagogik, wurde ich noch einmal nach Nigeria berufen. Acht Jahre konnte ich am Aufbau eines Dorfgesundheitsprogramms der Kirche mitarbeiten. Vor allem Mütter und Kinder profitierten von den mobilen Kliniken in den Dörfern. Die Arbeit an und mit Frauen hat mich auch in diesen Jahren unendlich bereichert und beschenkt.
Seit meiner Rückkehr 1991 bin ich als Oberin und Pflegedienstleiterin im Ev. Diakonieverein Berlin Zehlendorf e.V. tätig; zunächst in Köln, seit 1998 im Ev. Krankenhaus Mülheim, Ruhr.
Der Auftrag zur Diakonie, zum Dienst über alle Grenzen hinweg, ist geblieben und ich kann und darf ihn in ganz unterschiedlichen Bereichen umsetzen: in der Gemeinde, Schwesternschaft, Krankenhaus und in DIAKONIA, dem Weltbund diakonischer Gemeinschaften und Schwesternschaften. Schon während meiner Zeit in Nigeria war mir klar, dass ich gerne auch weiterhin international und ökumenisch den Auftrag zur Diakonie fortführen wollte. Als ich dann 1996 in den Vorstand von DIAKONIA berufen wurde, war dies eine große Freude für mich. DIAKONIA sieht seinen Auftrag im Dienst zur Versöhnung und Stärkung der Mitgliedsorganisationen in ökumenischem Kontext. Mir tut es gut mit anderen Gottes Gebot zum Dienst und zur Liebe zu teilen.

Von 2001 bis 2009 war ich für DIAKONIA als Regionalpräsidentin für die Region Afrika - Europa tätig. Wie sehr wir einander brauchen, habe ich bei meinen Besuchen in Afrika und Europa erlebt. Ein Stück des Weges mitgehen, Freude und Leid teilen, gemeinsam beten; das alles gehört für mich zum Auftrag Jesu Christi dazu: "Dienet einander, eine jede mit der Gabe, die sie bekommen hat." Seit 2009 darf ich DIAKONIA als Weltpräsidentin vertreten.
40 Jahre der Diakonie verpflichtet - dies hat auch Auswirkungen auf meinen Dienst im Krankenhaus. Während meiner Reisen in Tansania lernte ich ein Ev. Krankenhaus im Nord-Westen des Landes kennen. Ich wusste von Partnerschaften zwischen EmK-Krankenhäusern und afrikanischen Krankenhäusern und war sehr erstaunt, als der Vorstand unserer Krankenhäuser (Mülheim, Oberhausen) bereit war, auch eine Partnerschaft einzugehen. Seit 2008 besteht inzwischen ein Partnerschaftsvertrag zwischen ATEGRIS und dem ELCT Nyakahanga Hospital. Diese Partnerschaft lebt von gegenseitigen Besuchen und dem Wunsch, Menschen zu dienen. So wie es die Präambel ausdrückt: "Ich bete darum, dass sie alle eins seien, so wie du in mir bist, Vater, und ich in dir, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast." (Joh. 17, 21 ff) Eins sein, damit die Welt Gottes Liebe kennenlernt.
Ich bin Gott sehr dankbar für den Auftrag zum Dienst als Diakonieschwester!


Oberin Doris Horn,
Mülheim



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